Was exAmphorā ist.
Zweitausend Jahre lang wurde Wein in Terrakotta geboren. Die Holz- und Stahltechniken, die wir heute für selbstverständlich halten, sind in der Geschichte der Önologie sehr neu: eine Handvoll Jahrhunderte gegen Jahrzehnten von Tausenden. Der Ton kam zuerst, und in vielen Regionen des Mittelmeers ist er nie wirklich verschwunden.
exAmphorā ist keine Rekonstruktion. Es ist ein Produktionsprojekt, das von den Anweisungen Catos (De Agri Cultura), Varros und Columellas (De Re Rustica) und Plinius des Älteren (Naturalis Historia) ausgeht; sie mit der Praxis lebender Amphoren-Winzer — Friaul, Sizilien, Georgien — vergleicht und zu einem Produkt gelangt, in dem das Liefergefäß dieselbe Terrakotta-Amphore ist, in der der Wein vergoren und ausgebaut wurde. Kein Umfüllen, kein Glas: nur Ton, von der Vinifizierung bis zum Schluck.
Das Liefersystem repliziert das römische Modell vollständig: versiegelte Amphore, Pittacium aus Papyrus mit einer Schnur an den Henkel gebunden — das Etikett mit Jahrgang und Herkunft, das Petron in der Cena Trimalchionis des Satyricon in Szene setzt — und Verpackung in Reisig in einer handgefertigten Holzkiste. Auch die Reise ist eine römische Geste.
Auf önologischer Ebene gibt die Terrakotta-Amphore dem Wein eine Mikro-Oxygenation, die Holz nur teilweise nachahmt und die Stahl gar nicht bietet. Auf kultureller Ebene hält die Amphore das Produkt nahe an seiner ursprünglichen Form. Auf wirtschaftlicher Ebene macht sie es zu einem Objekt.
Das Projekt entstand im Centro Nazionale di Studi Classici, der seit über zehn Jahren tätig ist, damit die Antike nicht in Bibliotheken eingeschlossen bleibt: man liest sie wieder, spricht sie aus, bewohnt sie. exAmphorā ist die natürliche Verlängerung dieser Arbeit — eine Veröffentlichung, die man, ausnahmsweise, entkorkt.
